„Mach das nicht!“
.. schrieb meine Freundin auf ein „Post it“ , als ich ihr von einem Telefonat erzählte, „sonst trenne ich mich von dir!“
Aber der Reihe nach:
Februar 1998. Zehn Tage vor meiner letzten Prüfung im BWL-Studium klingelte das Telefon. Am anderen Ende ist ein Mensch, der will mir doch tatsächlich einen Job anbieten. Mir - am Telefon - unfassbar. Nach hartem Kampf sage ich „Ja“ zu einem Gesprächstermin, bin schließlich in der Bewerbungsphase und motiviert.
Informationen schaden nur dem, der sie nicht hat, denke ich so bei mir. Und bei einem Gespräch kann ich immer dazu lernen und vor allem „Nein“ sagen. Ich also mit löchriger Jeans und Sakko in das Büro und mein Gesprächspartner kommt auf mich zu und landete direkt in einer Schublade: Slipper, blauer Anzug, bunte Krawatte, Schnäuzer, Goldrandbrille und Dauerwelle.
Was für eine Kombination. Schublade auf – Typ rein – Schublade zu. Was dann passiert, hatte ich so nicht erwartet:
1. Was wird aus der gesetzlichen Rente?
2. Wie sieht die staatliche Unterstützung bei Berufsunfähigkeit aus?
3. Wo gibt es die besten Zinsen?
4. Wie bekomme ich den besten Zugriff auf den gesamten Markt?
Fragen über Fragen! Und dieser Mensch hatte Antworten.
Aber es kam noch schlimmer: Ich konnte sie nachvollziehen. Rational und auch emotional.
Klang alles interessant. Und doch: Es passte nicht in meinen Plan, war irgendwie nicht vorgesehen. Ich fuhr davon, aber eins stand für mich fest:
So ein klassischer Versicherungsvertreter werde ich nicht.
Von Haus zu Haus rennen. Wie ein Vertreter von Vorwerk an fremden Türen stehen? Ich?! Niemals.
Zum Glück wurde meine Sorge nicht bestätigt. Es war anders. Ich machte die ersten Schritte. Die ersten Erfahrungen. Die ersten richtigen Mandanten kamen mit richtigen Verträgen. Und natürlich auch ein Auskommen mit dem Einkommen. Viel Arbeit! Aus fremden Menschen wurden Mandanten. Aus vielen Mandanten wurden Freunde, eben ‚meine Leute’ wie ich Sie nenne.
Eins kam noch dazu. Für mich war das fast noch wichtiger. Viel mehr Spaß. Finanzen sind nämlich nicht trocken.
Und warum?
Wegen der Menschen hinter den Verträgen. Ihren Geschichten, ihren Plänen, Träumen und Wünschen. Es ist toll gemeinsam eine Vision zu entwickeln. An den Zielen ein Stückchen beteiligt zu sein, für mich ein echtes Geschenk!Das mache ich nun schon zehn Jahre. Viele hundert Termine später ist Finanzberatung nur noch ein Teil vom Ganzen. Die Menschen sind das Wichtige daran. Alles andere kommt fast von selbst.
Ach ja, meine Freundin von damals ist heute meine Ex-Freundin und Ehefrau.
Tags: Finanzdienstleistung, Vision, Warum
April 12th, 2008 at 18:08
Klasse geschrieben… direkt die “Geburt” der beruflichen Laufbahn als Start des Blogs… besser geht’s nicht…
Weiter so !
LG
Yahia
April 13th, 2008 at 11:16
Servus Carsten,
erinnert mich an meinen Einstieg in die Branche vor fast 12 Jahren. Anfangs dachte ich mir, naja über Versicherungen etc. ein bißchen Bescheid zu wissen, kann ja nicht schaden. Schnell merkte ich dann wie anspruchsvoll unser Job ist, will man ihn gut machen. Und wie spannend.
Lieben Gruß
Holger
April 14th, 2008 at 07:49
Hallo Carsten,
danke daß Du uns an Deinen ersten Schritten und Deiner Arbeit aus Deiner Sicht teilhaben lässt.
Ich drufte auch einmal Erfahrungen auf diesem Sektor machen, muß aber gestehen, daß es dank diesem “Strukturvertrieb” den ich in der damaligen Organisation kennenlernen durfte und den damit verbundenen Methoden…nicht wirklich zu “meinem” Fall wurde.
Ich drück Dir ganz feste die Daumen auf Deinem weiteren Weg. überschütte uns mit News und wer weiß, an meiner Zukunft und meinen Plänen gibts auf Finanzseite sicherlich auch noch mehr zu basteln und zu planen.
Bis Bald und Grüße an die Ex-Freundin
Anthony
April 20th, 2008 at 18:42
hallo carsten!
gratulation zum blog! ich mag deine geschichten mit einem schuss humor und mitten aus dem leben gegriffen!
vor vielen jahren kannte ich einen finanzberater, der selbst in der disco bausparverträge an die gäste bringen wollte. der arme kerl konnte sich selbst in der freizeit nicht mehr entspannen und sah in jeder menschlichen iris nur noch die eurozeichen. ist im übrigen ein ex-freund von mir und auch geblieben!
du gehst den richtigen weg! alles gute dafür und viel erfolg!
mit lieben grüßen
margit
April 24th, 2008 at 15:35
Hei hei,
Wenn der Carsten so weitermacht,wird er noch eine richtige Blogomotive - beruflich und hier. Spannung ist eben um ein paar Grad gestiegen - man könnte es auch die Gier nach mehr nennen.
Mein Lieber, ich wünsche Dir, daß Du Deine Verträge mit der gleichen Eleganz schreiben darfst, wie hier.
Glück und Erfolg - und immer einen Reserve-Euro in der Hand
wünscht Dir
Michael