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Das Sparbuch und die Inflation

Donnerstag, Mai 29th, 2008

Oma und Opa hatten es. Mama und Papa hatten es auch. Dann muss es das Kind ja auch haben. Und dieses etwas ist ein kleines Heft, oftmals rot und hat DIN-A-5-Format. Jeder kennt es. Und selbst heute haben es noch immer viele Menschen. Das gute alte Sparbuch. 

Heute wird es immer noch so gerne genommen. Wenn es der Banker des Vertrauens anbietet. Und das tun viele immer noch sehr gerne und oft. Das ganze hat bloß einen Haken. Einen ziemlich großen sogar. 

Die meisten Banken verzinsen das Sparbuch mit 0,5 bis einem Prozent. Bei einer durchschnittlichen Inflation von etwa drei Prozent in den letzten 30 Jahren ist das ein echtes Minusgeschäft. Das ist ungefähr so, als wenn in einem Bus mit fünf Fahrgästen sieben aussteigen. Dann müssen zwei wieder einsteigen, damit der Bus leer ist. Das Geld wird effektiv immer weniger. Das ist die harte Realität. Und doch liegen Zig Milliarden Euro auf deutschen Sparbüchern. Die Banken freuts, der Sparer wundert sich. Leider viel zu selten.

Eine Alternative wird dabei immer beliebter. Im Regelfall ist diese sogar noch flexibler. Sicher ist das Geld auch noch, denn es liegt ja bei einer Bank. Zudem, und das ist ja nicht unerheblich, es bringt deutlich höhere Zinsen. Bei den Tagesgeldkonten können derzeit in der Spitze fünf Prozent erzielt werden. Dies gilt dann meistens für Neukunden und einer begrenzten Zeit. Aber auch der Nicht-Neukunde kann derzeit 4,25 Prozent erzielen. 

Was bedeutet dies nun anhand eines Beispiels. Thomas hat sich mühsam 10000 Euro zusammengespart und legt diese auf ein Sparbuch mit 0,75 Prozent Zinsen. Sein Freund Alexander hat ebenfalls 10000 Euro zusammen und legt dies auf ein Tagesgeldkonto mit vier Prozent. Beide verabschieden sich gedanklich von dem Geld und es bleibt zehn Jahre liegen. Thomas freut sich nach zehn Jahren über einen Zinsgewinn von gerade einmal 775,83 Euro. Der Vorteil ist, dass er darauf voraussichtlich nie Steuern zahlen muss. Ist aber nur ein schwacher Trost.  

Bei Alexander sieht das schon deutlich anders aus. Er freut sich über 4802,44 Euro. Der Zinses-Zins-Effekt machts möglich. Alexander zahlt vielleicht Steuern. Und doch bleibt ihm deutlich mehr übrig. Selbst wenn das Geld nur ein Jahr liegen bleiben würde wäre der Unterschied schon 325 Euro. Die wären vermutlich sogar noch steuerfrei. 

Warum haben so viele Menschen noch ein Sparbuch. Oder haben Sie wenigstens Ihres inzwischen aufgelöst und nutzen den Zinsvorsprung?