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Was macht so ein Finanzberater

Montag, April 14th, 2008

 

Kennen Sie das auch. Es klingelt. Sie machen die Tür auf. Nichts ahnend. Vor ihnen steht ein kariertes Sakko. Die Karos so groß, dass Sie darauf Schach spielen können. In dem Sakko steckt der Mann von der Versicherung. Und hat mal wieder das beste Angebot in seinem Köfferchen. Nicht jeder agiert so, aber leider genug.

 

Szenenwechsel. Bankschalter. Sie wollen nur ein bisschen Geld anlegen. Aber der Berater wittert seine Chance. Mit einem charmanten Lächeln verweist er darauf, dass er genau weiß was sie brauchen. Wobei Sie haben ihn gar nicht danach gefragt, was er meint dass Sie brauchen. Nicht alle sind so, aber doch einige.

 

Vielleicht schütteln Sie jetzt ungläubig den Kopf. Aber für viele meiner Mandanten ist dies leider schon mehrfach Realität geworden.

 

Und nun. Ist das bei einem unabhängigen Berater anders? Was hat der außer einem Anzug, was ihn anders macht.

 

Stellen Sie doch Ihrem Gegenüber folgende Fragen

 

  • In welchen Sparten sind sie tätig?
  • Kommen sie von einer Versicherung oder Bank?
  • Wie lange sind sie selber am Markt tätig?
  • Warum soll ich gerade mit ihnen zusammenarbeiten?

 

Aus meiner Erfahrung ist ein guter Finanzberater wie ein guter Arzt. Er weiß nämlich nicht, welches Medikament das Beste für den Patienten ist. Nein. Er erforscht erstmal anhand von Symptomen die Ursachen für eine mögliche Krankheit. Was will der Mensch, der ihm gegenüber sitzt. Was hat er für Träume, Ziele, Wünsche. Was hat er bereits unternommen, um seinem Ziel näher zu kommen. Also mehr von „was will der Mandant“ und weniger „was braucht der Mandant“. Wenn die Schnittmenge zwischen beidem immer größer wird, haben beide einen guten Job gemacht.

 

Und wie geht das jetzt. An und für sich einfach. Er verschafft sich einen Überblick über die bisher getroffenen Entscheidungen des Mandanten und wertet diese Daten aus. Daraus ergeben sich für den Mandanten Handlungsoptionen. Diese stellt ein guter Berater gegenüber und lässt dem Mandanten die Wahl. Oftmals fast schon eine Qual der Wahl. Er kennt es ja nicht, zumindest bisher.

 

Und die Moral von der Geschichte. Oftmals sind einige hundert, wenn nicht sogar tausend Euro drin. Und dies bei vielen Menschen innerhalb eines Jahres. Vorausgesetzt er lässt sich auf die Vorschläge ein. Wenn nicht, dann eben nicht.

 

Und wenn ihn das nicht interessiert. Dann ist das völlig in Ordnung. Nur wundern sie sich nicht, wenn es irgendwann wieder klingelt und einer von der Versicherung genau weiß was Sie brauchen…