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„Mach das nicht!“

Samstag, April 12th, 2008

 

 .. schrieb meine Freundin auf ein „Post it“ , als ich ihr von einem Telefonat erzählte, „sonst trenne ich mich von dir!“

 

 

Aber der Reihe nach:

 

Februar 1998. Zehn Tage vor meiner letzten Prüfung im BWL-Studium klingelte das Telefon. Am anderen Ende ist ein Mensch, der will mir doch tatsächlich einen Job anbieten. Mir - am Telefon - unfassbar. Nach hartem Kampf sage ich „Ja“ zu einem Gesprächstermin, bin schließlich in der Bewerbungsphase und motiviert.

  

Informationen schaden nur dem, der sie nicht hat, denke ich so bei mir. Und bei einem Gespräch kann ich immer dazu lernen und vor allem „Nein“ sagen. Ich also mit löchriger Jeans und Sakko in das Büro und mein Gesprächspartner kommt auf mich zu und landete direkt in einer Schublade: Slipper, blauer Anzug, bunte Krawatte, Schnäuzer, Goldrandbrille und Dauerwelle.

  

Was für eine Kombination. Schublade auf – Typ rein – Schublade zu. Was dann passiert, hatte ich so nicht erwartet:

  

1. Was wird aus der gesetzlichen Rente?
2. Wie sieht die staatliche Unterstützung bei Berufsunfähigkeit aus?
3. Wo gibt es die besten Zinsen?
4. Wie bekomme ich den besten Zugriff auf den gesamten Markt?

 

Fragen über Fragen! Und dieser Mensch hatte Antworten.
Aber es kam noch schlimmer: Ich konnte sie nachvollziehen. Rational und auch emotional.

  

Klang alles interessant. Und doch: Es passte nicht in meinen Plan, war irgendwie nicht vorgesehen. Ich fuhr davon, aber eins stand für mich fest:
So ein klassischer Versicherungsvertreter werde ich nicht.
Von Haus zu Haus rennen. Wie ein Vertreter von Vorwerk an fremden Türen stehen? Ich?! Niemals.  

 

Zum Glück wurde meine Sorge nicht bestätigt. Es war anders. Ich machte die ersten Schritte. Die ersten Erfahrungen. Die ersten richtigen Mandanten kamen mit richtigen Verträgen. Und natürlich auch ein Auskommen mit dem Einkommen. Viel Arbeit! Aus fremden Menschen wurden Mandanten. Aus vielen Mandanten wurden Freunde, eben ‚meine Leute’ wie ich Sie nenne.

  

Eins kam noch dazu. Für mich war das fast noch wichtiger. Viel mehr Spaß. Finanzen sind nämlich nicht trocken.

 

Und warum?

  

Wegen der Menschen hinter den Verträgen. Ihren Geschichten, ihren Plänen, Träumen und Wünschen. Es ist toll gemeinsam eine Vision zu entwickeln. An den Zielen ein Stückchen beteiligt zu sein, für mich ein echtes Geschenk!Das mache ich nun schon zehn Jahre. Viele hundert Termine später ist Finanzberatung nur noch ein Teil vom Ganzen. Die Menschen sind das Wichtige daran. Alles andere kommt fast von selbst.

  

Ach ja, meine Freundin von damals ist heute meine Ex-Freundin und Ehefrau.